Andere Projekte

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Wir dürfen nicht vergessen: Überlebende der Leningrader Blockade im Dialog

 

Leonid Berezin, Projektkoordinator, Vorsitzender der Berliner Vereinigung „Lebendige Erinnerung“

Die Berliner Vereinigung „Lebendige Erinnerung“ vereint Menschen, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder auf dem vor der Wehrmacht okkupierten Territorium der ehemaligen Sowjetunion erlebt haben: Überlebende der Leningrader Blockade, Überlebende der Ghettos und Konzentrationslager sowie andere Personen, die als Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland anerkannt sind.

Kurz nach der Gründung der Vereinigung begann die Zusammenarbeit mit Club Dialog e.V. Der Verein stellte die Räumlichkeiten für die regelmäßigen Treffen der Mitglieder und unterstützte die Überlebenden mit Informationsangeboten, Beratungen zu sozialen Themen und bei der Organisation der Kulturveranstaltungen. Binnen kürzester Zeit wurde die Arbeit so organisiert, dass alle Clubmitglieder und Besucher die Treffen mit Spaß und Interesse besuchten und sich wie zu Hause fühlten. Die positive Erfahrung dieser Arbeit diente als Beispiel für die Gründung anderer Clubs in russischsprachigen Communities in Berlin.

Die Aktivitäten der Vereinigung beschränkten sich allerdings nicht nur auf die Organisation der Treffen, eins der Hauptanliegen der Mitglieder ist die Verbreitung der Informationen und Aufbewahrung der Erinnerungen an die Schrecken der Kriegszeit und der Blockade.

Im Jahr 2012 wurde z.B. eine Fotoreihe von den in Berlin lebenden Überlebenden der Leningraden Blockade gemacht und Interviews aufgenommen. Die Porträts wurden in der Fotogalerie ausgestellt und es entstand eine CD mit dem Titel „Zur Erinnerung an das Leben“.

Sehr bald wurde klar, dass die umfangreiche Tätigkeit der Vereinigung in Form eines selbstständigen Projektes organisiert werden kann, das die Mitglieder der Vereinigung einerseits bei der Lösung von sozialen und wirtschaftlichen Problemen unterstützt und anderseits den Rahmen für Durchführung der kulturellen und Gedenkveranstaltungen wie „Tage der Erinnerung“ bietet. Seit 2016 unterstützt die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ diese Arbeit im Rahmen des Projektes „Wir dürfen nicht vergessen. Überlebende der Leningrader Blockade im Dialog mit der Jugend“.

Mehr als 100 Menschen sind heute Mitglieder unserer Gruppe und etwa 35 bis 65 Personen nehmen an den Treffen teil. Sie treffen sich regelmäßig eins bis zwei Male pro Monat und werden auch zwischendurch von den Mitarbeitern des Projektes mit Beratungen und Hausbesuchen unterstützt. Die Vereinigung arbeitet zusammen mit vielen Institutionen – Bildungseinrichtungen, Theatern, Museen, Journalistenteams – biografische Materialien, die Mitglieder der Vereinigung zur Verfügung stellen, werden zum Thema in verschiedenen Medienberichten, Films und sogar Theaterstücken. Die Mitglieder der Vereinigung treffen sich darüber hinaus mit den Schulklassen, Jugendgruppen (z.B. FSJ- oder BFD-Teilnehmern) und erzählen über Ihre Schicksale.

 

Eines der vielen Beispiele der erfolgreichen Zusammenarbeit ist die Publikation der persönlichen Erinnerungen der Überlebenden der Leningrader Blockade im Jahr 2016, das dem 75. Jahrestag des Beginns der Blockade Leningrads gewidmet war.

Die Veröffentlichung erschien in russischer und deutscher Sprache und wurde an Bibliotheken von Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen verschickt, sowie an Vertreter von politischen Parteien, Stiftungen und Schulen übergeben. Im Wesentlichen ist es als „Mahnmal“ für zukünftige Generationen zu betrachten. Das Hauptziel unserer Arbeit ist somit: An die Opfer des Zweiten Weltkrieges zu gedenken und zu verhindern, dass sich so etwas noch einmal ereignet.  

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