Am 10. September 2026 lud die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) zu ihrem diesjährigen Parlamentarischen Abend in die historischen Räumlichkeiten der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG) in Berlin ein. Im traditionsreichen Kaisersaal versammelten sich Bundestagsabgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter von Bundes- und Landeszentralen sowie zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure und Träger der politischen Bildung zum intensiven Dialog über die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft demokratischer Bildungsarbeit.
Unter den geladenen Gästen der Zivilgesellschaft war auch Frau Dr. Natalia Roesler vertreten, die an diesem Abend in doppelter Funktion auftrat und die Perspektiven von gleich zwei bedeutenden Migrantenorganisationen bündelte: des Berliner Vereins Club Dialog e. V. sowie des bundesweiten Dachverbands BVRE e. V.
Moderiert von Miriam Vogel (BpB), eröffnete Christoph de Vries (MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern) das Programm mit einer programmatischen Rede. In den anschließenden Podiumsgesprächen diskutierten unter anderem Dr. Volker Ullrich (Vizepräsident der BpB) und Christina Stumpp (MdB, Vorsitzende des Kuratoriums der BpB) sowie Prof. Dr. Susan Seeber (Wissenschaftlicher Beirat der BpB), Andrea Rühmann (Bundesausschuss Politische Bildung) und Sibylle Thelen (Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg).
Ein thematischer Schwerpunkt, der sich wie ein roter Faden durch den Abend zog, war das bevorstehende 50-jährige Jubiläum des Beutelsbacher Konsenses von 1976 (formuliert im heutigen Weinstadt-Beutelsbach). Seine drei Kernprinzipien – das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot sowie die Adressaten- bzw. Schülerorientierung – bilden bis heute das normative Fundament der politischen Bildung in Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und unberechtigter Indoktrinationsvorwürfe wurde deutlich: Politische Bildung zielt nicht auf Belehrung ab, sondern darauf, Menschen zur selbstständigen Urteilsbildung zu befähigen. Passend dazu unterstrich eine der prägendsten Formulierungen der Tagung die Essenz gelungener Partizipation: „Vertrauen entsteht dort, wo Menschen Selbstwirksamkeit erfahren.“
In den Fachgesprächen und beim abschließenden abendlichen Austausch betonte Natalia Roesler die unverzichtbare Brückenfunktion von Migrantenorganisationen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stärkung einer wehrhaften, partizipativen Demokratie.

