Am 31. August 2026 versammelten sich Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und migrantischen Communities im Berliner Veranstaltungsort bUm Box am Paul-Lincke-Ufer zum Launch-Event „Resiliente Demokratie!“. Die Kooperationsveranstaltung von Berlin Polyphon, bUm und ASID Europe widmete sich der Frage, wie solidarische Strukturen und Initiativen angesichts gesellschaftlicher Krisen und eines spürbaren Rechtsrucks demokratisch handlungsfähig bleiben können. An dem gemeinsamen Austausch nahm auch Borys Shavlov als Vertreter von Club Dialog e. V. teil.

Durch den Abend führten die Moderierenden Renée Eloundou und Ed Greve, die den Auftakt für vertiefende Debatten über politische Sichtbarkeit gestalteten. In einem Gespräch mit Rachel Nangally betonte die Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, die Bedeutung gezielter Unterstützung für kleinere und migrantische Organisationen. Mit Blick auf die politischen Anfeindungen gegen Errungenschaften der Vielfalt sprach sich die Senatorin für ein verlässliches Landesdemokratiefördergesetz aus und bekräftigte die rechtliche Absicherung von Schutzräumen durch das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Vorstellung der Kampagne „Kein Luxus, dein Recht“, die unter anderem von Maimouna Ouattara auf dem Podium erläutert wurde. Die Initiative begreift Einbürgerung nicht als Identitätsdebatte, sondern als verbrieftes Recht auf volle demokratische Teilhabe, verbunden mit deutlicher Kritik an behördlichen Verzögerungen bei der Antragsbearbeitung. Ergänzend dazu stellte das Netzwerk geplante Aktivitäten zur Wahl sowie zu den Schwerpunkten diskriminierungsfreier Zugang zu Wohnraum und Bildung für alle vor, wobei insbesondere Hürden bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen thematisiert wurden.

In ihrer Keynote warnte die Journalistin Daniela Sepehri davor, demokratische Resilienz zu einer inhaltsleeren Floskel zu reduzieren. Eine Demokratie sei nur dann widerstandsfähig, wenn soziale Gerechtigkeit gewährleistet ist und Menschen die konkrete Sicherheit und Zeit haben, sich wirksam einzubringen. Zum Abschluss der Veranstaltung nutzten die Anwesenden das World-Café-Format, um strategische Herausforderungen zu erörtern und Handlungsansätze zur Stärkung der stadtweiten Bündnisarbeit festzuhalten.